Görz


Görz
Gọ̈rz,
 
1) ital.italienisch Gorịzia, Hauptstadt der Provinz Görz, Region Friaul-Julisch Venetien, Italien, an der slowenischen Grenze links des Isonzo, 38 100 Einwohner; katholischer Erzbischofssitz; Hauptzollamt; Bibliothek, Museum. Obst- und Weinhandel, Baumwoll-, Seiden-, Papier- und Möbelindustrie; Fremdenverkehr.
 
 
Ausgedehnte Befestigungsanlagen der Oberstadt umschließen das von den Venezianern 1508/09 ausgebaute mächtige Kastell und die obere Altstadt mit der Kirche Santo Spirito (1414 ff., 1932 nach schweren Beschädigungen im Ersten Weltkrieg wiederhergestellt); in der Unterstadt liegen der Dom (Chor 14. Jahrhundert, barocker Neubau 1648 ff.), Sant'Ignazio (17./18. Jahrhundert) und der Palazzo Attems (18. Jahrhundert, heute Museum).
 
 
Das 1001 von Kaiser Otto III. an den Patriarchen von Aquileja sowie den Grafen von Friaul und Istrien vergebene Görz (slawisch Gorizia) wurde Mittelpunkt der Grafschaft Görz. Es erhielt 1240 Markt- und 1307 Stadtrecht (1455 bestätigt); 1500 kam Görz an die Habsburger. Während des Ersten Weltkriegs war Görz hart umkämpft (Isonzoschlachten) und wurde zum größten Teil zerstört. Nördlich der Stadt wurde 1938 der Soldatenfriedhof von Oslavia angelegt. 1919 kam Görz an Italien; 1947 fielen seine östlichen Außenbezirke an Jugoslawien (Slowenien).
 
 2) ital.italienisch Gorịzia, Provinz in Nordostitalien, in der Region Friaul-Julisch Venetien, 466 km2, 137 900 Einwohner.
 
 3) ehemalige Grafschaft; die Grafen im Lungau, die die Gebiete entlang des Isonzo mit Görz als Hauptort mit ihren Besitzungen um Lienz in Ost-Tirol vereinigten, nannten sich seit 1120 Grafen von Görz (Lehnsleute des Patriarchats Aquileja). Nach 1253 vergrößerten die Meinhardiner die Grafschaft auf Kosten des Patriarchats Aquileja. Ihre Tiroler Linie (1271-1335/63) besaß 1286-1335 Kärnten und bis 1363 Tirol, die Görzer Linie (seit 1271) erlosch 1500, und ihr Besitz (v. a. Görz) kam an die Habsburger. 1754 erfolgte die Vereinigung von Görz mit Gradisca zur gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, die - 1809-14 Teil der napoleonischen Illyrischen Provinzen - von 1815 bis 1918 als österreichisches Kronland (seit 1849 zusammen mit Istrien und Triest) vom Statthalter des Küstenlandes verwaltet wurde. Im Ersten Weltkrieg hart umkämpft und stark zerstört (Isonzoschlachten), kam Görz 1919 an Italien, nach dem Pariser Frieden 1947 das östliche Hinterland an Jugoslawien (Slowenien).
 

Universal-Lexikon. 2012.

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